{"id":223,"date":"2010-01-25T22:17:09","date_gmt":"2010-01-25T21:17:09","guid":{"rendered":"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/?p=223"},"modified":"2012-01-27T20:47:45","modified_gmt":"2012-01-27T19:47:45","slug":"adam-green-und-lali-puna","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/?p=223","title":{"rendered":"Adam Green und Lali Puna, 2004"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Adam Green ist ein Ph\u00e4nomen. Anscheinend haben die Deutschen ein Faible f\u00fcr den Kauz aus New York. Ich finde mich am Donnerstag, den 27. Mai 2004 in einer gut gef\u00fcllten 60er Jahre Halle im Veranstaltungszentrum Faust\u00a0 wieder und bin beeindruckt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/l_7fde2d3052d567cebb78020e348a131f.jpg\" rel=\"lightbox[223]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-229\" title=\"Adam Green2\" src=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/l_7fde2d3052d567cebb78020e348a131f-300x197.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"197\" srcset=\"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/l_7fde2d3052d567cebb78020e348a131f-300x197.jpg 300w, https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/l_7fde2d3052d567cebb78020e348a131f.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eAdam, dance for us&#8230;\u201c, wird da geschriehen und vielen Damen in der Halle konnte man die Bewunderung im Gesicht ablesen. Mr. Green ist ein Star \u2013 dies war mir vorher nicht bewusst. Er wirkt auf der B\u00fchne wie eine Mischung aus Jim Morisson, Donald Duck und dem S\u00e4nger der Strokes. Die Stimme liegt wie ein faszinierender Soundteppich \u00fcber den minimal arrangierten Songs. Er singt \u00fcber Jessica Simpson, Hasenfarmen und selbst ein Thema wie Selbstmord wirkt harmlos in den naiv-folkigen Songs. Kleine Gestiken und Mimiken werden vom Publikum wie eine Pyroshow frenetisch gefeiert und die Atmosph\u00e4re in diesem Raum ist elektrisierend. Kein Bombast-Rock, keine Effekte \u2013 einfach nur gute Songs, gesungen von einem charismatischen 23-j\u00e4hrigen, der einfach nur das macht, was er am Besten kann.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">5 Stunden vorher<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201eSo you are Nils ?\u201c, fragte mich die junge Tourmanagerin Ericka. Ich wartete auf meinen Interviewtermin mit Adam Green. \u201eHe\u00b4s a little bit out of time, maybe you can wait a couple of minutes\u201c, sagte sie dann zu mir und kaum 10 Minuten sp\u00e4ter kam ein junger Mann mit Schlafzimmerblick und zerwuschelten Haaren auf mich zu. \u201eHello, I\u00b4m Adam.\u201c Der kleine Mann aus New York wirkte freundlich. Der Soundcheck begann und wir suchten einen guten Platz, wo wir ungest\u00f6rt reden konnten. Der schwarze Nightliner musste herhalten und nachdem sich Herr Gr\u00fcn ein paar Kopfschmerztabletten eingeschmissen hatte, war er bereit sich meinen Fragen zu stellen. Ich erfuhr, dass seine Ur-Gro\u00dfmutter mit Franz Kafka verlobt war, er \u00e4hnliche Ambitionen pflegt und schon 3 Magazine mit Texten ver\u00f6ffentlicht hat. Er erz\u00e4hlte mir noch ein bisschen \u00fcber seine Heimatstadt New York und dass er mit derselben Streicher-Arrangeurin arbeitet wie Lou Reed. Meistens aber gab er einfach keine Antworten, rieb sich das Gesicht, klagte \u00fcber Kopfschmerzen und dass er sich nicht konzentrieren k\u00f6nne. Nach 15 Minuten musste ich das Interview abbrechen \u2013 es kam einfach kein Gespr\u00e4ch zu Stande. Also versuchte ich es kunsttherapeutisch, dr\u00fcckte ihm ein paar Buntstifte in die Hand und bat ihn ein Tier zu malen, das er selbst erfinden sollte. Pl\u00f6tzlich funkelten die Augen und begeistert nahm er sich ein Blatt Papier, um darauf das Fabelwesen \u201eBoobie\u201c zu zeichnen. Danach verlie\u00dfen wir den Bus und verabschiedeten uns. Schon ein komischer Kauz, dieser Adam Green&#8230;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/boobie1.jpg\" rel=\"lightbox[223]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-230\" title=\"boobie\" src=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/boobie1-238x300.jpg\" alt=\"\" width=\"238\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/boobie1-238x300.jpg 238w, https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/boobie1.jpg 476w\" sizes=\"(max-width: 238px) 100vw, 238px\" \/><\/a><br \/>\n (Boobie &#8211; Zeichnung von Adam Green)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3 Tage sp\u00e4ter<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist proppenvoll im Caf\u00e9 Glocksee und trotzdem herrscht eine entspannte Atmosph\u00e4re, denn das Wetter ist gut und man kann sein Bier im Vorhof zu sich nehmen, um mit Freunden \u00fcber Musik zu fachsimpeln. Heute Abend sollen 2 Bands spielen \u2013 Alias aus Amerika und Lali Puna aus M\u00fcnchen, beide unter Vertrag beim ex-Hannoveraner Vorzeigelabel Morr Music aus Berlin. Ber\u00fchmte Fans wie Radiohead oder Depeche Mode sind auch vorzuweisen und es scheint, als w\u00fcrde hier alles richtig gemacht worden sein. Alias kommt aus dem Anticon Umfeld und verbindet Hip-Hop mit zeitgeistiger elektronischer Musik. Klingt interessant, ist es auch. Lali Puna wiederum sind genau das Richtige f\u00fcr Popschweine wie mich und ihr sanfter, harmonieversessener\u00a0 Sound st\u00fclpt sich wie eine Glocke \u00fcber mich und ich kann mir ein L\u00e4cheln nicht verkneifen. Der gehauchte Gesang von Valerie Trebeljahr, der Asiatin mit dem deutschen Namen, in Verbindung mit genau der richtigen Mischung aus digital und analog kommt ganz sch\u00f6n sexy daher und man k\u00f6nnte glatt vergessen, dass hier auch der Notwist S\u00e4nger Bass spielt&#8230;..<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/lali_puna700x3602009-10-06-19-04-21.jpg\" rel=\"lightbox[223]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-231\" title=\"lali_puna,700x360,2009-10-06-19-04-21\" src=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/lali_puna700x3602009-10-06-19-04-21-300x154.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"154\" srcset=\"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/lali_puna700x3602009-10-06-19-04-21-300x154.jpg 300w, https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/lali_puna700x3602009-10-06-19-04-21.jpg 700w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Erschienen in der Rocknews)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Adam Green ist ein Ph\u00e4nomen. 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