{"id":233,"date":"2010-01-25T22:34:54","date_gmt":"2010-01-25T21:34:54","guid":{"rendered":"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/?p=233"},"modified":"2012-01-27T20:45:51","modified_gmt":"2012-01-27T19:45:51","slug":"the-faint-2004","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/?p=233","title":{"rendered":"The Faint, 2004"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Was soll man von einer amerikanischen Band halten, die so europ\u00e4isch klingt, als h\u00e4tte es die Erfindung von Rock nie gegeben, die Videoprojektion und Kunst auf der B\u00fchne mit einer eklektischen Mischung aus Wave, Punk und elektronischer Musik vereinen und dies live sehr \u00fcberzeugend pr\u00e4sentieren. Ich finde mich in den R\u00e4umlichkeiten der Hamburger Tanzhalle St. Pauli wieder und stelle mir genau diese Frage. Der Kondenswasser tropft von der Decke, so hei\u00df ist es in diesem Raum. Es passen hier vielleicht 200 Leute rein, es sind bestimmt aber mehr. Die Band die heute hier spielt, hei\u00dft The Faint und kommt aus Omaha \/ Nebraska, jenen Bev\u00f6lkerungsarmen Staat Amerikas, den Bruce Springsteen schon mit seiner Akustikgitarre besang.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber The Faint klingen nicht nach ihrer Herkunft, nach dem amerikanischen Traum, der doch so sch\u00f6n in das ideale Bild passt. Ich sehe eine Band, die liebt was sie tut und das sehr reflektiert. Durchdachte Videoprojektionen erzeugen ein sehr stimmiges Bild auf der B\u00fchne. Alle Sinne werden angesprochen, wie mir auch der Gitarrist Dapose im Interview best\u00e4tigt. <em>\u201eEs k\u00f6nnte ja auch gen\u00fcgen, Bands auf der B\u00fchne live zu sehen, aber f\u00fcr uns war es einfach wichtig einen Schritt weiterzugehen und uns \u00fcber Sachen wie Visuals nachzudenken und wie man noch andere Sinne, au\u00dfer die Ohren ansprechen kann.\u201c<br \/>\n <span style=\"font-style: normal;\"><br \/>\n <a href=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/faint1.jpg\" rel=\"lightbox[233]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-234\" title=\"faint1\" src=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/faint1-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/faint1-300x300.jpg 300w, https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/faint1-100x100.jpg 100w, https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/faint1.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em> <\/em><\/p>\n<p><em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Da scheint eine Verbindung von Kunst und Musik doch zu funktionieren: <em>\u201e Ich denke, dass beides sehr eng miteinander verbunden ist. Es ist ja auch beides f\u00fcr deine Sinne geschaffen. Das tolle am Musikmachen ist ja auch, dass es dich auf verschiedene Gedanken und Gef\u00fchle bringen kann und man in eine andere Welt tauchen kann. So funktioniert ja auch visuelle Kunst \u2013 das ist so nah beieinander.\u201c<br \/>\n <span style=\"font-style: normal;\"><br \/>\n Doch passt denn so ein Konzept von Musik in den amerikanischen Alltag? Ich frage Dapose, wie man sich gerade in der heutigen Zeit denn so als Amerikaner f\u00fchle? <em>\u201e<\/em> <em>Das ist ziemlich schwierig&#8230;..ich denke, dass die amerikanische Lebensweise f\u00fcr viele Leute sehr verwirrend ist, da die Leute nicht gerade viel nachdenken und immer genau das machen, was ihre Freunde tun. Das trifft nat\u00fcrlich nicht auf alle Amerikaner zu und deswegen ist es schwierig zu sagen, was amerikanische Kultur ausmacht<\/em>.<em>Es gibt auch viele Dinge, die ich an Amerika mag, auch wenn ich mit unserem jetzigen Pr\u00e4sidenten und der Regierung sehr frustriert bin&#8230;..(\u00fcberlegt)&#8230;eigentlich bin ich nicht frustiert, sondern ziemlich sauer sogar. Aber es gibt auch viele gute Dinge in diesem Land, ich wei\u00df nicht wie ich das erkl\u00e4ren soll&#8230;.\u201c<br \/>\n <span style=\"font-style: normal;\"><br \/>\n Paradoxe Realit\u00e4ten, die sich anscheinend in der Musik von The Faint widerspiegelt. Als Emo \/ Indieband Ende der 90er gegr\u00fcndet, gab es nach dem ersten Album einen radikalen Schnitt in der Musik. Die elektronischen Bestandteile wurden gewichtiger und der Wave-Einfluss war un\u00fcberh\u00f6rbar, obwohl Dapose behauptet, dass die Musik die sie h\u00f6ren keinen Einfluss auf die Songs, die sie schreiben hat und er pers\u00f6nlich gerne Death Metal h\u00f6rt. Doch wie kam dieser Wechsel zustande ? <em>\u201eEs war eigentlich ganz nat\u00fcrlich f\u00fcr uns. Wir alle neigen dazu uns Dingen zuzuwenden, die uns interessieren und das sind meistens neue Dinge \u2013 neu f\u00fcr uns. Wir wollten unsere Live-Shows weiterentwickeln und die Musik tanzbarer machen. Todd begann bereits f\u00fcr das erste Album mit Keyboards und elektronischen Ger\u00e4ten herumzuexperimentieren. Das war auch der Witz an der Sache \u2013 da hatte man diese ganzen Ger\u00e4te und wir wussten erst gar nicht, was man damit so alles machen kann, also probierten wir rum und diese Einstellung haben wir uns bis heute bewahrt \u2013 wir k\u00fcmmern uns nicht darum, was andere Leute sagen, sondern probieren erstmal alles aus und sehen dann, was passiert. Wir haben eine Idee im Kopf und benutzen was auch immer, um sie umzusetzen \u2013 Gitarren, Keyboards, Drums oder Drumcomputer oder sonst irgendwas.\u201c<\/em><\/span><\/em><\/span><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><em><em> <\/em><\/em><\/em><\/p>\n<p><em><em><em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Dapose-im-Interview.jpg\" rel=\"lightbox[233]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-235\" title=\"Dapose im Interview\" src=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Dapose-im-Interview-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Dapose-im-Interview-225x300.jpg 225w, https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Dapose-im-Interview.jpg 450w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/a><br \/>\n <span style=\"font-style: normal;\">(Dapose im Interview)<\/span><\/p>\n<p><\/em><\/em><\/em><\/em><\/p>\n<p><br class=\"spacer_\" \/><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em><em><em><em>Die Tanzhalle St. Pauli ist ein kleiner Club \u2013 zu klein f\u00fcr diese Band aus Omaha, denn es w\u00e4ren bestimmt nochmal so viele Leute gekommen \u2013 zu Recht, denn The Faint sind eine wirklich gute Live Band, so dass mich sogar die schwachen Songs ihres neuen Albums \u201eWet From Birth\u201c \u00fcberzeugen konnten. Da w\u00e4re die Coverversion von den Talking Heads nicht n\u00f6tig gewesen \u2013 ich habe mich trotzdem dar\u00fcber gefreut&#8230;&#8230;<\/em><\/em><\/em><\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Erschienen in der Rocknews, 2004)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Was soll man von einer amerikanischen Band halten, die so europ\u00e4isch klingt, als h\u00e4tte es die Erfindung von Rock nie gegeben, die Videoprojektion und Kunst&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[12,4],"tags":[22],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/233"}],"collection":[{"href":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=233"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/233\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":632,"href":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/233\/revisions\/632"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=233"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=233"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=233"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}