{"id":272,"date":"2010-01-25T23:40:28","date_gmt":"2010-01-25T22:40:28","guid":{"rendered":"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/?p=272"},"modified":"2012-01-27T20:47:00","modified_gmt":"2012-01-27T19:47:00","slug":"jugendkultur-subkultur-und-szene-adoleszenz-in-einer-pluralistisch-medialen-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/?p=272","title":{"rendered":"Jugendkultur, Subkultur und Szene &#8211; Adoleszenz in einer pluralistisch-medialen Welt"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>1. Einleitung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In der folgenden Arbeit setze ich mich mit den Ph\u00e4nomenen Jugendkultur, Subkultur und Szene auseinander. Dabei spielt der Fokus auf das Jahr 2008 eine gro\u00dfe Rolle, denn Jugendkultur muss immer auch auf die Zeit, in der sie sich befindet, und ihren Geist bezogen werden. So habe ich Quellen und Informationen zu dem Thema gesammelt und sie in Bezug zum Jetzt gesetzt. Jugendkultur entwickelt sich stetig weiter und steht im besten Falle immer in Opposition zu der Generation davor. Da Jugendkultur aber \u00e4u\u00dferlich seit den 90ern einer gewissen Stagnation unterliegt, muss man sich fragen: \u201eWas macht die Jugend heute denn so anders?\u201c Diese Frage kann nicht unbedingt mit der Erfindung einer neuen Jugendkultur beantwortet werden, sondern vielmehr mit dem Umgang der schon vorhandenen Jugendkulturen. Der Begriff \u201eJugendkulturpluralismus\u201c k\u00f6nnte eine Wortsch\u00f6pfung des neuen Jahrtausends sein und\u00a0 soll in den folgenden Kapiteln untersucht werden, indem das Thema auf verschiedenen Ebenen betrachtet wird &#8211; von der psychologischen \u00fcber sie soziologische bis hin zur wirtschaftlichen. Als roter Faden dienen hierbei zwei Begriffe: \u201eIdentit\u00e4t\u201c und \u201eAuthentizit\u00e4t\u201c.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2. Begriffsbestimmung<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Einleitend m\u00f6chte ich drei Begriffe f\u00fcr diese Arbeit differenzieren: Subkultur, Jugendkultur und Szene.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.1 Jugendkultur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts blieb den Jugendlichen wenig Freiheit zur Bildung eigener kulturellen Praktiken. Zwar entstanden zur literarischen \u201eSturm und Drang\u201c-Zeit, inspiriert durch Goethes \u201eWerther\u201c, Kreise von jungen M\u00e4nnern, die sich regelm\u00e4\u00dfig zum Austausch von politischen und kulturellen Themen trafen, aber von einer Schaffung eines eigenen Raumes konnte nicht die Rede sein (vgl. M\u00fcller 2007). Die Reformp\u00e4dagogik um 1900 f\u00fchrte zu einer Abwendung des veralteten Bildungsideals. Turn- und Wandervereine fanden regen Zulauf, wo sich die Jugendlichen einen eigenen naturerlebnis-orientierten Raum schaffen konnten &#8211; die so genannten Wanderv\u00f6gel waren geboren und somit auch die erste Jugendbewegung (vgl. Farin\u00a0 2002). Damals sprach man aber noch nicht von Jugendkultur. Dieser Begriff wurde vom deutschen Reformp\u00e4dagogen Gustav Wyneken um 1918 gepr\u00e4gt. Mit der Entstehung der Swingjugend in den 20er Jahren und ihrer oppositionellen Haltung gegen\u00fcber dem Naziregime in den 30ern, stellte eine Jugendbewegung zum ersten Mal eine kulturelle Opposition dar. Ab der Nachkriegszeit erlebten Jugendkulturen einen regelrechten Boom und entwickelten sich vom Rock\u2018n\u2018Roll bis hin zum Techno. Eine Jugendkultur muss aber nicht unbedingt oppositioneller Natur sein, vielmehr ist sie als kultureller R\u00fcckzugsraum f\u00fcr Jugendliche mit eigenen Codes und Symbolen zu verstehen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.2 Szene<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff Szene beschreibt ein soziales Gef\u00fcge oder auch Netzwerk von Menschen gleichen Geschmacks oder \u00e4hnlicher \u00dcberzeugungen. Dabei steht ein solches Netzwerk nicht in einem hierarchischen Verh\u00e4ltnis zu anderen, sondern verk\u00f6rpert eher ein Wir-Gef\u00fchl innerhalb einer bestimmten Minderheiten-Kultur (vgl. <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Szene_%28Volkskunde%29\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Szene_%28Volkskunde%29<\/a>).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>2.3 Subkultur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Begriff Subkultur wurde von dem amerikanischen Soziologen Milton M. Gordon in den 40er Jahren gepr\u00e4gt. Der Begriff wird zur Definition von Gruppierungen mit eigenen Normen, Bed\u00fcrfnissen oder Verhaltensweisen verwendet. Dies schlie\u00dft nicht nur Jugendkulturen wie Mods, Rocker oder Hippies ein, sondern auch kriminelle Netzwerke, die Schwulenszene, Drogenkonsumenten oder soziale Schichten &#8211; also allgemein geschlossene gesellschaftliche Teilkulturen. Hierbei wird unterschieden zwischen unfreiwilligen Subkulturen (z.B. ethnische Minderheiten oder Obdachlose) und freiwilligen Subkulturen (z.B. religi\u00f6se Gemeinschaften oder politische Gruppen). Weiterhin wird bei den freiwilligen Subkulturen sehr gro\u00dfen Wert auf das Image, den Sprachcode und die K\u00f6rperhaltung gelegt (vgl. <a href=\"http:\/\/soziologie.soz.uni-linz.ac.at\/sozthe\/freitour\/FreiTour-Wiki\/subkultur.html\">http:\/\/soziologie.soz.uni-linz.ac.at\/sozthe\/freitour\/FreiTour-Wiki\/subkultur.html<\/a>). Schwendter unterscheidet Subkulturen au\u00dferdem noch in progressive und regressive &#8211; w\u00e4hrend die progressiven Subkulturen den gegenw\u00e4rtigen Stand der Gesellschaft aufheben m\u00f6chten (z.B. politische Gruppen, Hippies) und einen neuen Zustand erarbeiten m\u00f6chten, liegt das Interesse der regressiven Subkulturen darin, einen vergangenen Stand der Gesellschaft wiederherzustellen (z.B. Rechtsradikale, Kriminelle). (vgl. Schwendter, S. 37)\u00a0 Inzwischen wird der Begriff in der Jugendforschung nicht mehr so h\u00e4ufig verwendet und man spricht meist von \u201eJugendkulturen\u201c, da dieser Begriff unverbindlicher ist.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>3. Jugend und Identit\u00e4t<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein zentrales Thema auf dem Weg ins Erwachsenenleben ist die Identit\u00e4tsfindung. Erikson unterteilt diese in zwei Grundbem\u00fchungen: 1. Die Bem\u00fchung des Individuums sich selbst zu erkennen (Selbsterkenntnis) und 2. das Bestreben an sich zu arbeiten und sich zu formen (Selbstgestaltung). In diesem Zusammenhang stellt sich den Jugendlichen nicht nur die Frage: \u201eWer bin ich?\u201c, sondern auch die Frage, ob die an sie gestellten kulturellen und sozialen Werte auch die richtigen sind. (vgl. Oerter, R und Montada, L.) Der Jugendliche muss weiterhin feststellen, dass Identit\u00e4tsfindung nur ein Ann\u00e4herungswert ist, der nicht mit einem Satz wie: \u201eIch wei\u00df, wer ich bin.\u201c beantwortet werden kann. Es ist vielmehr ein lebenslanger Prozess. (vgl. Heinelt, Gottfried)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heinelt beschreibt die Identit\u00e4tsfindung bei Jugendlichen auf vier Ebenen. Erst einmal setzt Identit\u00e4t Selbstwahrnehmung und Selbstreflektion voraus. \u201e<em>Mit der Weiterentwicklung seiner intellektuellen F\u00e4higkeiten ist der junge Mensch imstande, sich selbst zum Gegenstand der Beobachtung und des Denkens zu machen. Mit zunehmenden Interesse registriert er seine Gef\u00fchle, seine Empfindungen, seine Empfindlichkeit, seine Einsamkeit und seine Entt\u00e4uschungen. [&#8230;] Urteile und Mitteilungen der Umwelt sind f\u00fcr ihn wichtige Orientierungspunkte.<\/em>\u201c (Heinelt, S. 90) Durch die rasante Entwicklung der Technologie und der Erfindung des Internets, sind die Urteile und Mitteilung der Umwelt mehr und mehr medialer Art. Der Jugendliche steht Dank Handy-Videos und Internet-Portalen wie Sch\u00fclerVZ und YouTube unter st\u00e4ndiger Beobachtung, was zu einer Diskrepanz zwischen der Selbstwahrnehmung des Jugendlichen und dem tats\u00e4chlichen Selbst f\u00fchren kann. Bei virtuellen sozialen Netzwerken wie MySpace kann sich der Jugendliche ein durch Bildbearbeitungs-Programme gesch\u00f6ntes Alter Ego formen, dessen Status durch die Anzahl der virtuellen Freunde bestimmt wird.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heinelt beschreibt auf der zweiten Ebene der Identit\u00e4tsfindung, dass Identit\u00e4t im Spannungsverh\u00e4ltnis von Sein und Sein-K\u00f6nnen steht. \u201e<em>Der junge Mensch entwickelt Vorstellungen dar\u00fcber, wie er sein k\u00f6nnte und m\u00f6chte. Dabei orientiert er sich an Vorbildern und Leitbildern, die richtungsweisend werden. [&#8230;]\u00a0Die Selbstfindung kann durch Massenmedien beeinflusst werden, die Vorbilder, Leitbilder und Identifikationsangebote oft mit suggestiver Wirkung an den jungen Menschen herantragen, die dieser nur schwer richtig einsch\u00e4tzen kann.<\/em>\u201c (Heinelt, S.93\/94) Die Massenmedien zeigen dem Jugendlichen ein verzerrtes Bild ihrer M\u00f6glichkeiten, welches von vielen Eltern nicht korrigiert wird. Castingshows wie \u201eDeutschland sucht den Superstar\u201c generieren mit genau dieser starken Diskrepanz zwischen Sein und Sein-K\u00f6nnen bei Jugendlichen ihre Zuschauerzahlen, wenn Hunderte von Jugendlichen oft zum ersten Mal ein Korrektiv in Form einer Jury erfahren und vor der Kamera zusammenbrechen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der dritten Ebene beschreibt Heinelt, dass Identit\u00e4t auf Selbstannahme beruht. \u201e<em>Sich selbst annehmen zu k\u00f6nnen, ist zun\u00e4chst das Resultat von Erfahrungen des Angenommenwerdens durch andere Menschen, durch Eltern, Lehrer, Freunde und Gleichgesinnte. [&#8230;] Die Forderung der Selbstannahme schlie\u00dft ein, sich mit seinen Fehlern und Schw\u00e4chen ebenso anzunehmen wie mit den F\u00e4higkeiten und Begabungen. Nicht wenige junge Menschen leiden unter ihren Frustrationen.<\/em>\u201c (Heinelt, S.100)\u00a0 Besonders bei weiblichen Jugendlichen kann diese Frustration auch mit der\u00a0 fehlenden Annahme ihres K\u00f6rpers und ihrer Geschlechterrolle zusammenh\u00e4ngen (vgl. Heinelt, Gottfried). Durch gesch\u00f6nte und idealisierte Vorbilder besonders in den Printmedien haben es weibliche Jugendliche oft schwer, einem Vergleich standzuhalten.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zuletzt beschreibt Heinelt, dass Identit\u00e4t \u00fcber die Gruppe vermittelt wird. \u201e<em>In unserer an extravertierten Verhaltensnormen orientierten Gesellschaft ist die soziale Dimension der angemessene Weg zur Selbstfindung. Der Heranwachsende, der sich allm\u00e4hlich aus dem Elternhaus zu l\u00f6sen beginnt, um nach neuen Zielvorstellungen ein Leben aufzubauen, sucht nach neuen Bindungen, die er in der Gruppe der Gleichaltrigen findet. Die Vorbilder, Leitbilder und Wertbegriffe, die ihm die Gruppe anbietet, formen und pr\u00e4gen ihn.<\/em>\u201c (Heinelt, S. 107) Die Zugeh\u00f6rigkeit zu einer Gruppe gibt dem Jugendlichen Halt und Sicherheit. Doch die Jugendlichen des neuen Jahrtausends leben im Crossover von Moden und Ideologien (vgl. Neumann-Braun, Klaus und Richard, Birgit). Grenzen zwischen Jugendkulturen verschwinden, neue Grenzen entstehen erst und Zugeh\u00f6rigkeiten wechseln rasant. Es ist nicht mehr so einfach, Jugendliche zu kategorisieren. Gegenkultur und Mainstream funktionieren nebeneinander und schlie\u00dfen sich nicht mehr aus. Es ist \u201eokay\u201c f\u00fcr den Jugendlichen Hippie zu sein und Musik aus den Charts zu m\u00f6gen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>4. Sprachcodes<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Durch die Wahl eines bestimmten Sprachcodes bestimmen Jugendliche ihre Zugeh\u00f6rigkeit zu einer bestimmten peer-group, die sich als legitimer Inhaber dieser Sprache sieht. Dies muss aber mit bestimmter Kleidung, Musikvorlieben und k\u00f6rperlichem Habitus einhergehen, um authentisch zu wirken (vgl. Neumann-Braun, Klaus und Richard, Birgit). Ein Jugendlicher, der sich z.B. der Hip Hop Szene zugeh\u00f6rig f\u00fchlt, benutzt einen bestimmten Slang, der aber nur in Verbindung mit \u00fcbergro\u00dfer Kleidung bestimmter Marken wie Southpole oder Tribal und Baseballm\u00fctze von New Era als authentisch angesehen wird. Als Beispiel f\u00fcr den Sprachcode in der Hip Hop-Szene soll ein Zitat des Szene-Magazins Backspin aus Hamburg dienen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Gorzki vereint Grand Agent mit der G-Unit, Jurassic 5 mit Joe Rilla und Craig G mit Ferris MC. Der Pole ist ein Hip-Hop-Uniter der Neuzeit mit Liebe f\u00fcr die Sache. [&#8230;] Sein schier unglaubliches Engagement erkl\u00e4rt der Rapper damit, dass er den \u201eSchwarzwei\u00df-Hip-Hop bunt anmalen\u201c m\u00f6chte. Im konservativen Polen machte ihn das zum Trendsetter, was ihm gleicherma\u00dfen Hater einbrachte<\/em>.\u201c (Backspin Ausgabe 97, Oktober 2008)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In diesem Beispiel werden viele Anglizismen verwendet, die szenetypisch sind. In der Hip Hop-Kultur betrachtet man die Auseinandersetzung als kunstvolles Genre, welche in \u201eBattles\u201c, also K\u00e4mpfen, verbal oder t\u00e4nzerisch ausgetragen werden. Bei diesen \u201eBattles\u201c wird der Gegner zumeist \u201egedisst\u201c, also erniedrigt, was in gegenseitigen Hass umschlagen kann. Dies erkl\u00e4rt den Begriff \u201eHater\u201c, welcher vom englischen Wort \u201ehate\u201c (Hass) abgeleitet wurde.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum Vergleich ziehe ich ein Zitat aus dem Skateboard-Magazin Monster heran:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>\u201eIn Sachen Skateboarding in New York gilt: Der Weg ist das Ziel. Das perfekte Doubleset oder Handrail wird man in dieser Stadt so oder so nicht finden, aber wer pusht, der stolpert hier \u00fcber den Bump vor dem gelben Hydranten und da dr\u00fcben \u00fcber die gelbe Metallkante \u2013 Spots, die man in anderen St\u00e4dten vergeblich sucht.\u201c (<\/em>Monster Skateboard Magazin Ausgabe 266, Oktober 2008)<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Hier werden Anglizismen zum Ausdruck bestimmter Techniken (pushen),\u00a0 Orte (Metallkante-Spots) und Objekte (Bump, Doubleset, Handrail) benutzt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">In beiden F\u00e4llen wurde kein Schulenglisch verwendet, sondern szeneinterne Abwandlungen, die somit unverst\u00e4ndlich f\u00fcr Erwachsene werden und eine Exklusivit\u00e4t sichern. Doch der blo\u00dfe Jargon allein macht den Codec nicht authentisch. Eine Aneinanderreihung von Slangw\u00f6rtern kann mitunter \u201epeinlich\u201c auf Jugendliche wirken, wenn die Sprache nicht in Verbindung mit einer bestimmten Kommunikationskultur in Verbindung steht. Hierbei geht es weniger um die Ausdr\u00fccke, als vielmehr darum, die W\u00f6rter im richtigen Kontext zu benutzen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em> <\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>5. Mainstream vs. Subkultur &#8211; Kommerzialisierung der Jugendkultur<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Wichtigkeit von Authentizit\u00e4t f\u00fcr Jugendliche haben inzwischen auch die Marketingabteilungen der Unterhaltungs-, Mode- und Getr\u00e4nkeindustrie erkannt. Sie m\u00fcnzen ihre Produkte mit \u201ebelow the line\u201c Werbepraktiken wie Eventmarketing, Sponsoring, Product Placement oder Online-Werbung auf die Bed\u00fcrfnisse der Jugendlichen. Ungef\u00e4hr 40 Prozent aller Werbeinvestitionen f\u00fcr Jugendliche flie\u00dfen in solche Aktivit\u00e4ten (vgl. Dichanz, Horst, vgl. Fachverband Werbung &amp; Marktkommunikation). So sorgt das Einkaufen in \u00fcberf\u00fcllten H&amp;M-L\u00e4den f\u00fcr Jugendhaus-Stimmung oder das \u201eCustomizing\u201c, also das individuelle Gestalten eines Schuhs bei Nike f\u00fcr ein Gef\u00fchl der Individualit\u00e4t und\u00a0 Abgrenzung (vgl. Neumann-Braun, Klaus und Richard, Birgit). Sony Playstation wirbt mit dem Breakdance-Spiel \u201eB-Boy\u201c auf Szene-Events, wobei die im Spiel w\u00e4hlbaren Charaktere von Jugendlichen anerkannte Szenegr\u00f6\u00dfen sind. Mit dem gleichen Prinzip arbeitet auch das Skateboard-Spiel \u201eTony Hawk\u201c. Somit verschwindet die Linie zwischen Jugendkultur und Mainstream f\u00fcr Jugendliche zunehmend. Subkultur in Form von Gruppierung mit eigenen Werten und Normen findet man im neuen Jahrtausend zumeist in politischen peer-groups wie Skinheads, Neo-Nazis, Punks, Autonomen oder der Hausbesetzer-Szene, bei kriminellen Vereinigungen oder in der Drogenszene. Die Organisatoren des links-alternativen Musikfestival \u201eFusion\u201c, welches j\u00e4hrlich in Mecklenburg-Vorpommern stattfindet und mit inzwischen 39.000 Besuchern das gr\u00f6\u00dfte deutsche non-kommerzielle Festival ist, schreiben auf ihrer Homepage hierzu:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u201e<em>Ein Marktplatz der Utopien und der Tr\u00e4ume von einer Welt, die nicht von R\u00fccksichtslosigkeit, Intoleranz, Egoismus und Geldscheffeln bestimmt ist. &#8211; Eine Welt, die bunt ist statt grau, die laut und chaotisch daherkommt, wo die Grenzen zwischen Akteuren und Publikum verwischen, &#8211; Gemeinschaft und Individualit\u00e4t, &#8211; kollektives Ausflippen, &#8211; Zeitlosigkeit, in der Allt\u00e4gliches zur Nichtigkeit degradiert wird, &#8211; das Gef\u00fchl, eine andere Welt ist doch m\u00f6glich- Selbstt\u00e4uschung als \u00dcberlebensstrategie &#8211; Neugier auf neue akustische, visuelle, kulturelle und emotionale Erfahrungen<\/em>.\u201c<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Fusion.jpg\" rel=\"lightbox[272]\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignnone size-medium wp-image-273\" title=\"Fusion\" src=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Fusion-300x160.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"160\" srcset=\"https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Fusion-300x160.jpg 300w, https:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Fusion.jpg 600w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><a href=\"http:\/\/nilsnordmann.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2010\/01\/Fusion.jpg\" rel=\"lightbox[272]\"><\/a><span style=\"font-size: x-small;\">(Bild: Besucher des Fusion Festivals, <\/span><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/groups\/fusion\/pool\/show\/\"><span style=\"font-size: x-small;\">http:\/\/www.flickr.com\/groups\/fusion\/pool\/show\/<\/span><\/a><span style=\"font-size: x-small;\">)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong> <\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>6. Fazit<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abschlie\u00dfend m\u00f6chte ich betonen, dass es den Jugendlichen nicht gibt. Die Jugend sind eine heterogene Gruppe von Menschen mit ganz unterschiedlichen Ideen und Sichtweisen. Ich m\u00f6chte aber schon generell feststellen, dass Jugendkultur im Jahre 2008 komplexer und vielschichtiger ist, als vor 30 Jahren. Nicht nur der religi\u00f6se und politische Pluralismus ist bei den Jugendlichen angekommen, sondern auch der jugendkulturelle Pluralismus. Im Gegensatz zu der Elterngeneration, die mit den Werten und Normen der 68er gro\u00dfgeworden sind, gibt es f\u00fcr den Jugendlichen von heute eine viel h\u00f6here Anzahl an M\u00f6glichkeiten der Identit\u00e4tsfindung. F\u00fcr die Eltern war die Entscheidung klar und in ihrer Sichtweise konsequenter &#8211; Mainstream oder Subkultur, rechts oder links, erwachsen oder jugendlich? Mit umso mehr Unverst\u00e4ndnis reagiert die heutige Erwachsenenwelt auf die Jugendkultur, in der ein Jugendlicher ganz einfach linke mit rechter Attit\u00fcde oder den Mainstream mit Subkultur kombiniert. Der Jugendliche sprengt bestehende Grenzen und erfindet sich neu und tut somit genau das, was alle anderen Generationen vor ihm schon getan haben &#8211; er bringt die Eltern auf die Palme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>7. Literaturverzeichnis<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong><span style=\"font-weight: normal;\">Dichanz, Horst. Handbuch Medien: Medienforschung. Bonn: Bundeszentrale f\u00fcr politische Bildung, 1998<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Farin, Klaus. generation-kick.de. Jugendsubkulturen heute. M\u00fcnchen: C.H. Beck Verlag, 2002<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gebhardt, Winfried. Jugendkultur, Jugendsubkultur, Jugendszene. Seminarmaterial, Universit\u00e4t Koblenz, 2006<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Heinelt, Gottfried. Einf\u00fchrung in die Psychologie des Jugendalters. Freiburg: Herder, 1982<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">M\u00fcller, Stefan. Jugendkulturen, Ausgehverhalten und sozialer Hintergrund. Dissertation, Heilbronn, 2007<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Neumann-Braun, Klaus und Richard, Birgit. Coolhunters &#8211; Jugendkulturen zwischen Medien und Markt. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2005<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Oerter, R. &amp; Montada, L..Das Jugendalter: in Entwicklungspsychologie, 5. Auflage. Beltz, 2002<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schnell, Ralf. Metzler Lexikon: Kultur der Gegenwart. Weimar: Metzler, 2000<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schwendter, Rolf. Theorie der Subkultur. K\u00f6ln: Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, 1973<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zimbardo, Philip. Psychologie, 6. Auflage. Berlin: Springer Verlag, 1995<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><strong>Internet<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Jugendkultur<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Szene_%28Volkskunde%29<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Subkultur<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Reformp\u00e4dagogik<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">http:\/\/soziologie.soz.uni-linz.ac.at\/sozthe\/freitour\/FreiTour-Wiki\/subkultur.html<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">http:\/\/www.fusion-festival.de\/<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0 1. Einleitung In der folgenden Arbeit setze ich mich mit den Ph\u00e4nomenen Jugendkultur, Subkultur und Szene auseinander. 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